Wenn die nächste Generation übernimmt

Wenn die nächste Generation übernimmt

Im handwerk magazin 10/26 spricht Chefredakteur Patrick Neumann mit der Familie Clauss über die Übergabe an die fünfte Generation – und darüber, was es braucht, einen Betrieb für die Zukunft führbar zu machen.

Seit 1880 gibt es die J. Clauss GmbH, eine Dachdeckerei in München. Zum 1. Januar 2027 übernimmt Jonas Clauss den Betrieb mit 40 Mitarbeitenden von seinem Vater Reinhard. An seiner Seite bleibt seine Mutter Heike als Prokuristin. Im handwerk magazin 10/26 hat Patrick Neumann, Chefredakteur des Magazins, die drei zum Gespräch getroffen. Sein Interview zeigt, was sich für diese Übergabe im Betrieb verändert hat – und was es braucht, um einen Betrieb für die nächste Generation führbar zu machen.

Der Fall zeigt, worum es bei einer Übergabe eigentlich geht. Nicht darum, dass jemand die Aufgaben des anderen übernimmt. Sondern darum, dass ein Betrieb nicht mehr an einem einzelnen Kopf hängt. Reinhard Clauss führte die Firma mit hohem Einsatz und viel Erfahrung. Jonas Clauss denkt strukturierter und will Verantwortung verteilen. Beides hat seinen Wert, und beides musste zusammenfinden.

Was die Familie getan hat

Heike Clauss hat gemeinsam mit den beiden alle Aufgaben der Geschäftsleitung auf Karten geschrieben und sortiert. Aufgabe für Aufgabe ging die Verantwortung auf Jonas über. Alle 14 Tage sitzen die drei in einer festen Runde zusammen. Dort geht es um Strategie und darum, wer was übernimmt, nicht um das Tagesgeschäft.

Uwe Engelhardt hat die Familie dabei begleitet, den Betrieb für die nächste Generation führbar zu machen – und dabei oft zwischen unterschiedlichen Sichtweisen vermittelt. Sein Grundsatz: „Nicht eine einzelne Maßnahme modifiziert die Kultur. Entscheidend ist das Zusammenspiel.“ Es geht nicht darum, Menschen zu verändern, sondern die Bedingungen zu schaffen, unter denen sie gut arbeiten und zusammenarbeiten können.

Was daraus entstanden ist

Aus Bauchgefühl wurde ein System, aus Zuruf eine feste Runde. Jonas Clauss beschreibt die Wirkung so: „Die Beratung hat mir sehr geholfen, immer sicherer zu werden.“ Und sein Vater bringt auf den Punkt, worauf es beim Thema Betrieb führbar machen ankommt: „Es gibt jetzt eine Vision und einen Weg, wie das Unternehmen auch ohne mich funktioniert!“

Das gilt nicht nur für Übergaben. Auch wer mehr Zeit am Betrieb statt im Betrieb gewinnen will, muss seinen Betrieb führbar machen: Richtung klären, Verantwortung verteilen, Zusammenarbeit organisieren und dafür sorgen, dass nicht alles an einer Person hängt.

Ein Interview, das die richtigen Fragen stellt

Patrick Neumann lässt der Familie Raum und fragt trotzdem genau nach. Er spricht die harten Diskussionen an, die es vor der letzten Übergabe 1994 gab, und fragt, wie sich das damals angefühlt hat. Er bringt die unterschiedlichen Wertesysteme von Vater und Sohn auf den Punkt, ohne einen von beiden zu bewerten. Und er lässt die Beteiligten selbst zu Wort kommen, mit ihren Zweifeln, ihrem Humor und auch mit Meinungsverschiedenheiten, die im Gespräch stehen bleiben dürfen. So entsteht ein Text, der ein schwieriges Thema verständlich und menschlich macht.

Dafür danken wir Patrick Neumann und der Redaktion des handwerk magazins ausdrücklich. Und der Familie Clauss danken wir für ihre Offenheit.

Der ganze Beitrag „Neuer Blick von oben“ erscheint am 1. Oktober 2026 im handwerk magazin 10/26. Ab 15. Oktober ist das Interview auch online beim handwerk magazin verfügbar. Der Link folgt.

Ein Gespräch mit uns?
Du stehst selbst vor einer Nachfolge oder willst deinen Betrieb so aufstellen, dass er auch ohne dich funktioniert?

Erstgespräch anfragen


Zurück zum Blog